Eine Wanderung bei Vallehermoso

Gestern bin ich hoch gefahren nach Aparta Caminos. Ich dachte, wenn ich dort einmal den Anschlussbus bekommen habe, dann klappt es vielleicht auch zweimal.
Also stand ich da im Regen an der Straßenkreuzung im Nirgendwo.
Der Bus kam natürlich nicht, aber das lag daran, dass gestern Samstag war.
Irgendwann schaute ich nochmal auf den Plan und sah, dass der Bus nur von Montag bis Freitag nach Vallehermoso geht.
Also musste ich laufen. Erst war es kalt und unangenehm, aber bald war ich in Epina. Dort sind die bekannten Quellen Chorros de Epina, und wer seinen Parntner dazu zwingen will, ihn oder sie zu lieben, der braucht sie nur in der richtig Reihenfolge von den einzelnen abzweigen der Quelle trinken zu lassen. So sagt es zumindest die Sage oder so ähnlich.
Ich goss mir reichlich ein und zog dann weiter auf einem Weg, den ich noch nicht kannte.

Der ging in großen Bogen durch die kleinen Dörfer an der Nordwestküste, durch Tazo und landete dann wieder in Arguamul.
Toller Weg.
Dann bin ich hoch zur Kapelle Santa Clara und weiter den gleichen Weg nach Vallehermoso, den ich schon zwei Tage zuvor heruntergerannt bin, aber langsamer und mit mehr Spaß. Unten ging ich dann zum Castillo del Mar und alles war wie vor ein paar Monaten, nämlich verlassen und dem Verfall ausgesetzt.
Naja, vielleicht schafft es der Thomas Müller ja doch noch mit seinen Freunden und EU-Fördergeldern wieder zu starten mit seiner Ereignisgastronomie – äh – Kulturzentrum.
Der Ort ist unverändert schön für mich. Sogar den Weg rüber in den nächsten Baranco haben sie gerade eben wieder restauriert. Jetzt mit Treppengeländer.
Vorher war er wilder aber auch gefährlich.
Als ich vom Castillo die Straße zurückkam, saß dort einer von diesen Rentnern. Er sprach mich gleich an, ob ich Deutsch spreche und so. Als ich bejahte, stellte er gleich eine dieser Fragen, die er eigentlich gleich selbst beantworten wollte und es auch tat, in dem er mir in einer verschachtelten Festung aus Relativsätzen gleich seine Lebensgeschichte servierte aber auch entsetzt darüber war, wie hier alle mit unserem Geld umgehen, das wären ja alles EU-Gelder, also unsere Gelder und das wäre doch schlimm, dass alles verfällt und auf teneriffa wäre es ja das gleiche.
Ist schon lustig mit den Rentnern. Schaffen kaum noch den Flug hierher aber wenn sie erstmal da sind, reicht die Puste für eine gekonnte australische Digeridoo-Atmung, bei der sie minutenlang ohne Pause zu machen reden können, ohne Luft zu holen, weil man ja bei dieser Atemtechnik gleichzeitig ein- und ausatmet.
Aber beim Wort „Teneriffa“ konnte ich mich einhaken und sagte ihm, dass das mit NichtenLdas gleiche wäre auf Teneriffa, denn hier ist es viel schöner.
Dann machte ich mich schnell davon.
Dann tat er mir ein bisschen Leid, war wohl einfach ein einsam und wollte reden, aber ich kann das nicht. Sorry.
Reden ist für mich etwas anderes.
Der Ort hat zuviel Magie, als dass ein Gespräch über die „schlechte“ spanische Mentalität für mich reizvoll wäre.
Naja, das wars gestern. Der Weg zurück verlief wieder quer über die Insel, 3.5 Stunen mit dem Bus wiie üblich.

Allet Jute

Wolfgang

P.S. Bilder gibt es wieder unter „Wanderung bei Vallehermoso“


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