Der Tag des Feuers

Hallo, Ihr Lieben,

also gestern war ich wieder wandern.
EIgentlich ging alles ganz gut los. Mit dem Bus bin ich wieder bis Pajaritos gefahren und von dort aus nach El Cedro gelaufen. Dann weiter runter über die schöne Wasserfalltour nach Hermigua. Leider sind die Batterien meines Fotoapparates alle gewesen, sodass ich keine Fotos mehr machen konnte. Andererseits bin ich diese Strecke schon viele Male gelaufen und habe schon jede Menge Fotos gemacht.
Gegen 12.00 kam ich in Hermigua an, da, wo meine eigentliche Tour losgehen würde. Der Weg bis dahin war zum großen Teil im Märchenwald oder anderweitig beschattet und es war angenehm. Der weitere Weg war aber in der direkten Sonne, den Steilhang hoch Richtung Algulo und „Juego de Bolas“, einer „Forststation“ sozusagen oberhalb von Algulo. Es wurde rapide heißer und heißer, bis ich alle 20 Minuten Weg eine Pause machen musste. Ich hatte 3 Liter Wasser dabei und konnte zwischendurch immer wieder meine Vorräte auffüllen, sodass ich bestimmt 8 Liter Wasser in diesen 7 Stunden Weg getrunken habe und es war immer noch nicht genug. Es war selbst mir bei weitem zu viel. Die Leute sprachen davon, dass die Luft brennt, aber das war ja noch garnichts …

Am Besucherzentrum Juego de Bojas angekommen, machte ich mich gleich an die letzte Etappe meiner Wanderung. Den Abstieg durch die „rote Wand“ von Agulo, hinunter nach Agulo. Dort angekommen war ich wirklich fertig, auch, wenn das eine der schönsten Wege war, die es hier auf der Insel gibt, immer mit Blick auf das Meer und das schöne Tal von Hermigua und dann später die oberen Täler, die gut bewachsen von Lorbeer oder anderen Sträuchern sind. Es war wirklich schön, aber als die Sonne sich langsam neigte, es auf 5 Uhr zuging, merkte man, dass es nicht kühler wurde.
Der Bus kam pünktlich und hatte eine Klimaanlage. Das war das erste Mal, dass ich eine Klimaanlage begrüßt habe.
Dann so um 6.00 Uhr angekommen in San Sebastian verließ ich den Bus und traf fast der Schlag. Es wurde immer heißer. Der Wind aus Afrika setzte ein und pumpte zusätzlich zu der unerträglichen Hitze noch die heiße Luft der Sahara auf die Insel.
Um 18.30 Uhr kam der Anschlussbus zurück ins Valle. Auch der hatte eine Klimaanlage. Es war ein brandneuer Bus und er sah irgendwie klapprig aus. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie wirkte alles wie Kinderspielzeug. Ich versuchte dem aber keine weitere Beachtung zu schenken und wir fuhren los. Der Busfahrer war von Beginn an schlecht gelaunt und raunste einen Österreicher an, der ein bisschen verplant war und noch ein bisschen unerfahren auf der Insel, um gleich zu wissen, wo er hin wollte. Irgendwann stieg der dann doch aus und der Busfahrer entspannte sich.
Bis wir nach Chipude kamen.
In Chipude gibt es gerade ein Fest. Natürlich kommt jeder mit dem Auto. Alles ist hoffnungslos zu geparkt, sodass der Bus schlichtweg nicht durch kam. Der Busfahrer hupte und hupte, aber niemand kam, um die Autos weg zu fahren, also fuhr der Busfahrer den Bus langsam rückwärts bis zu einer Stelle, an der er wenden konnte. Dabei soff ihm mehrmals der Motor ab. Mir kam der Bus ja gleich billig vor.
Irgendwann schaffte er es dann und wir fuhren eine kleine „Umgehungsstraße“, die am Friedhof wieder auf die Hauptstraße traf.
Und ?
Es war wie es zu erwarten war: auch da war es nicht möglich, um die Kurve zu fahren und weiter zu kommen.
Zu allem Überfluß war hinter uns einer dieser Pickups mit einem Lobotomierten Fahrer, der sich weigerte, zurückzusetzen. Nun saßen wir fest.
Dem Busfahrer platzte eine Ader über der Stirn.
Irgendwie, nach langem hin und her schafften wir es, nochmals zu wenden mit diesem Bus und anschließend und unter dauerndem Gehupe konnte der Bus nun rückwärts in die Hauptstraße einbiegen und anschließend seine Fahrt fortsetzen.
Ich weiß nicht, ob es Fahrgäste gab, die in Chipude vergeblich auf den Bus warteten, aber die haben vermutlich dann den Bus zwei Stunden später genommen …
Wir kamen dann irgendwann im Valle an und ich stieg aus.
Der brennende Wind empfing mich.
Es stürmte schon sehr.
Ich schleppte mich hoch zu meinem Apartamento und aß etwas, dann merkte ich aber, dass etwas nicht stimmte.
Ich musste mir eingestehen, dass ich einen kleinen Sonnenstich hatte. So habe ich dann den restlichen Abend mit nassem Tuch auf dem Kopf verbracht und konnte nichts weiter tun als ein bisschen lesen.
Die Wärme war unvermindert, obwohl die Sonne schon untergegangen war.
In der Nacht gab es dann einen richtigen Sturm aus heißer Luft. Alles wurde durcheinander gewürfelt.
Die Hitze ebbte erst im Laufe der Nacht irgendwann ab.
Der heutige Tag wird wohl ähnlich verlaufen.
Allerdings ohne Wandern meinerseits. Ich versuche mich an meinem letzten Tag zu erholen und dann morgen entspannt zurück zu fliegen.

Viele Grüße

Wolfgang


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