Wieder im Cafe Ole

Ich brauch' Urlaub !

Ich brauch' Urlaub !

Hallo,

3 Tage war ich oben im Norden. Das war ganz schön, aber auch regnerisch und kühl.
Ich habe mich in der Pension Ayama oder so ähnlich einquartiert, direkt am Platz von Vallehermoso.
Am nächsten Tag bin ich gleich runter zur Playa von Vallehermoso gelaufen. Dort ist alles in tiefem Schlaf. Das Castillo de Mar zerfällt weiter vor sich hin. Noch nicht einmal mehr Zettel hängen dort. Zettel, die sagen, dass der Kampf gegen die bürokratischen Mühlen noch nicht verloren ist und es bald eine Stromleitung zum Castillo geben wird. Tja, da ist der Kampf wohl wirklich verloren. Irgendwie schade, aber die ganze Insel ist voller zerplatzter Träume. Überall zeugen Ruinen davon. Verlassene Geisterdörfer, hippieesk bemalte Wände, die vom Wind langsam abgetragen werden. So ist das hier.

Oben im Norden ist wenig Tourismus. Man muss Spanisch sprechen, wenn man etwas will. Hier ist die Insel spanisch.
Unten an der Playa gibt es eine Sache, die neu ist. Sie haben den Weg komplett neu gemacht, der östlich in den Nebenbaranco geht. Vorher war es ein Ziegenpfad, der schon kaum noch zu erkennen war und teilweise auch abgestürzt. Jetzt ist es ein gut befestigter, breiter Weg mit Geländer, eher eine Treppe als ein Wanderweg, aber mit schöner Sicht in die Bucht.
Später bin ich mit dem Bus nach Hermigua im Nordosten gefahren. Eigentlich das schönste Tal auf La Gomera, jedoch im Augenblick eine einzige Baustelle. Es ist laut und ungemütlich. Selbst direkt an der Playa steht ein riesiger Kran und macht Krach.
Unten ist die Pilotobar und ich dachte, mich dort vielleicht einzuquartieren, dort unten in diesem kleinen verschlafenen Ortsteil von Hermigua. Doch nicht mit dem Kran vor der Nase.
Also bin ich weiter an der Küste nach Lepe. Lepe liegt zwischen Hermigua und Agulo, ein sehr kleiner aber schöner Ort. Hier dachte ich, könnte man ein Woche verbringen. Mir war nach Einsamkeit und die war dort zu finden.
Leider konnte ich dort nichts mieten. Ein paar Appartments oder Häuser werden zwar vermietet, aber ich traf eine alte Frau, die meinte, es wäre alles vermietet, der Ort ist sehr begehrt.
Dann gab sie mir einen Sack voll mit Mangos und ein paar Tipps für die Nachbarorte zum Wohnen.
Ich hätte aber gerne dort gewohnt. Agulo und Las Rosas sind zu weit vom Meer entfernt. Man ist abgeschnitten vom Meer. Nicht konnektiert. In Lepe ist das anders. Das Meer ist 50 Meter unter einem und man kann es sehen und hören.
Also gab ich den Gedanken auf, hier in der Ecke zu wohnen und fasste den Entschluss, früher ins Valle Gran Rey zu fahren.
Am Abend war saß ich am Platz, die Kinder spielten, die Alten gestikulierten, wie das halt so ist in einem spanischen Dorf.
Der Ort hat wirklich seinen Scharme, und von hier aus gibt es viele schöne Wege zu gehen. Aber das Wetter, tja, das ist nicht so schön. Es regnet hier gerne.
Der nächste Tag war komplett bewölkt und trotzdem habe ich am Abend einen Sonnenbrand gehabt. Die Sonne ist hier oben so aggressiv, dass sie durch die Wolkendecke durchkommt.
Am morgen bin ich früh noch im Dunkeln mit dem Bus nach Hermigua gefahren und von dort lief ich zur Playa de la Caleta. Eine wunderschöne Bucht zum Baden. Eine kleine Oase, mit Imbissbude und Tapas und schönem Strand. Ich war da um 8.00 Uhr, da war leider noch zu und die einzigen Bewohner waren zwei Rucksacktouristen, die wahrscheinlich noch vom Restalkohol gezeichnet waren.
Ich bin dann weiter; endlich mal diese ganzen kleinen Wege, die ich aus zeitgründen nie laufen konnte. Die bin ich lang, von Geisterdorf zu Geisterdorf. Am Schluss war ich in Casas de Taguluche. Noch nicht mal ein Ort. Und überall Zeugen der Vergangenheit, alte Autos, zerfallene Hütten.
Manchmal stelle ich mir vor, ich wäre der letzte Mensch auf der Welt und die Welt würde genauso aussehen. Überall die Zeichen von dem was mal war und nie mehr sein wird.
So schlimm fände ich das irgendwie niht. Stelle ich mir vor.
Mehrere Stunden später und mit Sonnenbrand trotz fehlender Sonne nahm ich den Bus in Agulo zurück nach Vallehermoso. Es war kalt und feucht, die Wolken waren buchstäblich auf dem Platz. Diesen Abend gab es kein Dorfleben hier.
Am Tag darauf reiste ich früh ab, runter ins Valle Gran Rey, da, wo die Sonne scheint und die Verrückten wohnen …
Naja und zu Flor, in die Casa Florida und ihrer Tochter Xenia, dem kleinen Wirbelwind, der ihre Mutter auf Trab hält.
Hier hat sich doch einiges geändert.
Jetzt ist gerade Nebensaison, Sommerzeit. Da ist immer ein bisschen weniger los. Wenn überhaupt kommen die Spanier selbst. Die Deutschen sind ja wohl mittlerweile alle an der Ostsee und so.
Und hier haben alle möglichen Geschäfte SOmmerpause. Das La Salsa hat sogar ganz dicht gemacht. Schade.
Selbst die Bar Internet hat Sommerpause.
Die Jazzbar steht zum Verkauf, aber – wie das jetzt ? – Die Gomeralounge hat wieder eröffnet, und sogar Lifemusik.
Beide Läden gehören Thomas Müller „El Fotografo“. Was das jetzt wieder zu bedeuten hat ?
Ich bin jedenfalls gerade im Cafe Ole und das Frühstück hat leider nachgelassen. Die Arroganz der Besitzer ist jedoch gleich geblieben oder hat sich sogar noch verstärkt. Sind das eigentlich zwei ehemalige Lehrer ? Ich meine, von der ambitionierten Sorte. Solche, die ihr Denken komplett nach richtig und falsch ausgerichtet haben.
Das fällt mir gerade zum ersten Mal auf. Sie haben so einen Ton drauf, alle beide, wie mit eingebautem Bewertungssystem.
Heute ist Markt am Busbahnhof. Ich hoffe, ich treffe Karin und vielleicht Rico. Aber ich habe das Gefühl, Rico ist nicht mehr da, warum auch immer.

Und jetzt noch ein paar Fotos:

Endlich sicher !

Der ultimative Zebrastreifen

Die Tür von Michael Ende

Die Tür von Michael Ende

Die wichtigsten Dinge müssen da sein !

Die wichtigsten Dinge müssen da sein !

Eine Algarve in der Ödnis

Eine Algarve in der Ödnis

Aufstieg und Fall der Sozialdemokratie

Aufstieg und Fall der Sozialdemokratie

Hermigua unter Wolken

Hermigua unter Wolken

Zwei Rucksacktouristen schlafen noch

Zwei Rucksacktouristen schlafen noch

Heute mit dem Auto ?

oder doch zu Fuss ?

Der Teide von Weitem

Der Teide von Weitem


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