Der Baranco Argaga und die Fortaleza

Blick von der Fortaleza

Blick von der Fortaleza

Hallo, Ihr Lieben.

Gestern bin ich so um 10 Uhr wieder zum Reisebüro. Die Frau aus dem Reisebüro hatte mich angerufen und den Flug für den 20. (leider) bestätigt. Also ging ich hin und sagte, dass ich einen anderen Flug brauche.
Sie schaute mich lange an, meinte, sie hätte ein schlechtes GEwissen und so weiter. Dann rief sie bei Air Berlin an und versuchte den Flug umzubuchen auf einen anderen Flug am 19. nach Hannover.
Man, das war war voll nett. Diese Flüge sind eigentlich nicht stornierbar, nicht umbuchbar oder sonst was. Man kann sie nur nutzen oder verfallen lassen.
Das war wirklich nett, aber ob es wirklich geklappt hat, das weiss ich noch nicht. Ich warte noch auf die Rückbestätigung.
Danach bin ich gleich weiter zur Finca Argayal gegangen und von da aus den Baranco Argaga hoch. Es war wieder sauheiss, eigentlich viel zu spät zum los laufen, aber ich konnte ja nicht früher.

Die Sonne war schon größtenteils im gesamten Baranco. Diese Tour macht man besser, wenn die Sonne noch tiefer steht und es schattig ist, denn man muss über mehrere hundert Meter kraxeln und klettern. Als ich total durchgeschwitzt und fertig, aber glücklich oben in Gerian auf vielleicht 800 Metern Höhe ankam, da traf ich – wo kommen die nur alle wieder her ? – auf eine kleinere Gruppe Franzosen. Die fragten mich, wie sie runter an den Strand kamen.
Ich sagte ihnen, der Weg runter durch den Baranco Argaga ist keine gute Idee. Wenige Minuten entfernt ist der Kirchenpfad runter ins Valle.
Aber irgendwie wollten sie mir nicht glauben. Naja jeder muss seine Erfahrungen selbst machen. Geht mir ja auch nicht anders.
Keine Ahnung, was aus ihnen geworden ist. Ich bin dann weiter in Richtung Chipude.
Dort unten an der Bar angekommen, die auf dem Weg zum Fuß der Fortaleza liegt, musste ich feststellen, dass die Bar vom Gerichtsvollzieher geschlossen war. Ein Typ bastelte davor an seinem Auto und meinte, der Typ sitzt im Knast. Warum, habe ich nicht verstanden. Ich lief also zurück nach CHipude und ging in eine Bar dort, um mich mit neuem Wasser einzudecken.
Dann machte ich mich wieder auf zur Fortaleza.
La Fortaleza ist ein markanter Tafelberg, der von vielen Orten aus gut zu sehen ist und früher für die Ureinwohner ein Platz war, wo besondere Zeremonien abgehalten wurden, ein heiliger Ort, an dem bestimmt die eine oder andere Jungfrau über die Klinge springen musste.

La Palma von der Fortaleza aus gesehen

La Palma von der Fortaleza aus gesehen

Der Gipfel der Fortaleza

Der Gipfel der Fortaleza

El Hierro von der Fortaleza aus gesehen

El Hierro von der Fortaleza aus gesehen

Oben angekommen schländerte ich ein bisschen herum und setzte mich dann anschließend irgendwo, um Kekse zu essen und Wasser zu trinken.
Plötzlich waren überall Eidechsen.
Jeder Kekskrümel, der mir herunterfiel und jeder Tropfen Wasser wurde gleich abgeschöpft und aufgeleckt.
Ich dachte immer, Eidechsen wären eher scheu, aber dort oben rannten sie buchstäblich auf mir herum. Das war irgendwie süss. Ich war so eine Art riesige fütternde Eidechsenmutter.
Also verfütterte ich meine Kekse an die Eidechsen. Ich hoffe, die haben jetzt nicht alls Durchfall.
Als ich schließlich aufstehen wollte, musste ich regelrecht aufpassen, nicht auf eine von diesen zahmen Eidechsen zu treten. Was ist da bloss los im Tierreich ??
Und dann setzte der Wind wieder ein.
Orkanartige Böen.
Und ich war noch oben auf der Fortaleza. Der Weg runter ist ein bisschen heikel. Nicht wirklich gefährlich, aber mit dem starken Wind auch nicht spasig. Irgendwann war ich dann am Fuß und traf auf 3 – na was wohl ? – Franzosen. Ich sagte „Hola“.
Die sagten gar nichts und gingen einfach an mir vorbei den Weg hoch.
Tja, die Franzosen. Na wenigstens werden es immer weniger.
Genauso wie in diesem politisch vollkommen unkorrekten Kinderreim:
Zehn kleinere Negerlein.
Von da aus gings weiter nach El Cercado und dort den Weg runter ins Valle.
Das war ein Fehler, denn der WInd wurde immer kräftiger und böiger. Der Weg ist wie die meisten Wege hier – wenn sie noch kein Geländer haben – teilweise ausgesetzt und man muss wissen wo man hintritt. Bei diesem Wind wurde das zu einer unspasigen Stunde Abstieg.
Tja, und irgendwann war ich dann wieder in La Calera.
Ziehmich fertig auf dem Weg in mein Apartamento traf ich auf Flor (meine Vermieterin), Angelica (Flors Mutter), die Tante von Flor und Xenia (Flors kleine Tochter und Wirbelwind). Sie sassen alle bei Angelica im Wohnzimmer bei offener Tür und lachten. Dann redeten sie alle auf mich ein. Ich verstand kein Wort. Als ich meinte, „Bitte, langsamer !“ Da sagten sie alle gleichzeitig das gleiche genauso schnell nochmal. Wie immer.
Auf dieser Insel werden von einem Wort fast nur noch Vokale gesprochen. OK, mein Spanisch ist immer noch nicht besonders gut, aber das ist Hardcore.
Naja, im Januar und Februar mache ich nochmal eine Sprachoffensive. Das suche ich mir eine Lehrerin.

Tja, und heute sitze ich wieder im Cafe Ole. Wo soll man auch sonst hingehen. Hier ist auch Internet. Und das Frühstück ist trotzdem noch gut.

Gleich werde ich nochmal mein Glück im Reisebüro versuchen. Vielleicht habe ich schon eine BEstätigung für den 19. Das wäre super.

Liebe Grüße

Wolfgang


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