Nach der Insel ist vor der Insel

Die Insel

Tja, es gab eine Zeit, da hatte ich beschlossen, nicht mehr her zu kommen. Oder zumindest nicht mehr so oft oder auch regelmäßig. Nun bin ich wieder hier – in diesem Jahr schon zum 4. Mal.
Und ich muss sagen: ich bereue es nicht. Die Insel ist eben mein zweites Zuhause.
Allerdings bin ich jetzt überwiegend im Norden, dort, wo La Gomera kanarisch ist. Hier stellt sich jetzt das zuhause-Gefühl ein. Ich sitze am Marktplatz, es ist abends. Links von mir sitzen die Alten und rechts von mir sitzen die Jugendlichen. Auf dem Spielplatz spielen die Kinder. Es ist 10.00 Uhr abends und ich bin gut gefüllt mit Tunfisch in Mojosoße.Vallehermoso ist toll. Man kann viele schöne Wege wandern und man ist größtenteils von deutschen Touristen verschont (Ja, ich weiß, ich bin selber einer). Ich kenne hier auch kaum jemanden. Es fällt mir zunehmend schwer, mit Menschen sozialen Umgang zu pflegen. Es kommt mir so fremd vor. Damit meine ich nicht meine Freunde. Das nicht. Ich meine das oberflächliche „Wie geht es ?“ und „Alles klar ?“ mit Menschen, die ich eigentlich gar nicht kenne. Das nötige Blabla, das Geräusche machen. Hier in Vallehermoso bin ich davon verschont. Im Valle ist das nicht so. Da ich darin immer schlechter werde, bringt es mich von meinen Zielen ab, von den Dingen, die ich eigentlich tun will, weil ich ein schlechtes Gewissen habe und mich ständig frage, was daran so schlimm ist, dieses oberflächliche Spiel zu spielen. Für mich ist das momentan Stress und Energieverlust. Ich will nicht. Nichts desto Trotz werden ich morgen ins Valle fahren und dort J. Ihre Sachen geben, die ich ihr mitgebracht habe. Bote zu sein finde ich wiederum lustig und schön. Ich mag es, Leuten Sachen zu bringen, die sie sonst nicht kriegen. Dann bleibe ich 1 Woche bei Flor und werde viel arbeiten. Wenn die Arbeit fruchtbar genug war, gehe ich vielleicht wieder in den Norden, nach Hermigua wahrscheinlich.
Wenn nicht bleibe ich vermutlich noch. Zum Arbeiten ist ein Apartamento bei Flor wohl das beste hier. Das Projekt sieht eigentlich ganz gut aus. Natürlich hat es viel mehr Zeit in Anspruch genommen, als erwartet, aber das macht nichts. Zeit habe ich gerade ein wenig. Gut soll es sein. Fertig soll es werden. Es soll beweisen – mir selbst – das gut Software möglich ist. Gute Software aus meiner Sicht. Und es soll mir beweisen, dass mein Gehirn noch ein bisschen zu gebrauchen ist. Eine Weile noch, bis ich vollends Salat bin. Und es ist schön zu sehen, dass es das wohl auch tun wird.
Die Anreise war diesmal irgendwie horrormäßig. Maximal stressige Menschen im Flugzeug, böser Seegang auf der Fähre und dann auch noch ein kleiner Bus für die Fahrt von San Sebastian nach Vallehermoso. Ein kleiner Bus: das heißt, es wird geheizt, bis der Arzt kommt. Mit dem Ding kommt man um die Kurve wie mit einem Kleinwagen. Mir war nach langer Zeit mal wieder schlecht im Bus. Aber ich bin angekommen und das ist alles was zählt. Und die letzte Anreise war das genaue Gegenteil. Alles butterweich. Na, so gleicht sich alles aus.
Am ersten Tag habe ich nicht viel gemacht. Ich war super müde. Habe viel geschlafen und sonst gelesen, bin runter an den Strand gelaufen und habe mich da hingesetzt. Habe mir das Castillo del Mar zum x-ten Male angeschaut und bin wieder eingeschlafen. Es ist für mich noch immer ein besonderer Ort und ich finde es schade, ihm beim Verfall zu schauen zu müssen.

Castillo del Mar

Castillo del Mar

Castillo del Mar - Der Verfall

Castillo del Mar – Der Verfall

Castillo del Mar - Der Eingang

Castillo del Mar – Der Eingang

Castillo del Mar - Gibt es noch Hoffnung ?

Castillo del Mar – Gibt es noch Hoffnung ?

Ganz anders allerdings das Schwimmbad. Endlich mal Leben dort! Es ist betrieben und es sind Leute dort. Ganz anders als vor 6 Wochen, da gab es noch nicht einmal Wasser im Schwimmbad. Ein bisschen Leben tut dem Ort gut, auch, wenn ich es menschenleer sehr schätze dort. Ich habe es gespürt. Sonst verfällt alles unrettbar.
Abends habe ich gearbeitet und gut gegessen. Das war schon besser.

Vallehermoso - auf der Wanderung 1

Vallehermoso – auf der Wanderung 1

Vallehermoso - auf der Wanderung 2

Vallehermoso – auf der Wanderung 2

Vallehermoso - auf der Wanderung 3

Vallehermoso – auf der Wanderung 3

Vallehermoso - auf der Wanderung 4

Vallehermoso – auf der Wanderung 4

Vallehermoso - auf der Wanderung 5

Vallehermoso – auf der Wanderung 5

Vallehermoso - auf der Wanderung 6

Vallehermoso – auf der Wanderung 6

Heute war ich ein bisschen aktiver. Wandern. Das Wetter ist toll. Es ist warm aber nicht zu warm hier im Norden, manchmal kurz ein Wölkchen zum verschnaufen. Für mich ist das Klimamäßig das Paradies. Genau richtig.
Und schon sind 2 Tage rum. Morgen fahre ich ins Valle. Jetzt im August werden die Spanier da sein. Das ist eigentlich ganz OK, die machen ihr eigenes Ding.

Bis bald

Gomerahippie


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Comments

  • Karin sagt:

    Hi Wolfgang! Du hast ja doch gebloggt. Schön, dass ich wieder ein Hauch von der Insel zu mir rüberschwappte und auch ein paar atmosphärische photos mitkamen. Sowas kann man wohl am intensivsten allein erleben.Aber dank blog kann man daran teilhaben, was ich toll finde.Ein hoch auf alle individualisten – allein aber hoffentlich nicht einsam. Karin

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